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  1. Liebe Susanne, die Rolle der Business-Partnerin ist für viele noch neu. Wie würdest du deine Aufgaben jemandem erklären, der davon das erste Mal hört?

Als Business‑Partnerin bin ich die verbindende Schnittstelle zwischen den Menschen und den strategischen Zielen unseres Hauses. Mein Auftrag ist es, Führungskräfte und Teams dabei zu unterstützen, Veränderungen gut zu gestalten, Mitarbeitende zu entwickeln und Arbeitsprozesse zukunftsfähig aufzustellen.
Ich begleite also sowohl organisatorische als auch personelle Themen – von der Beratung in Veränderungsprozessen über generelle Personalthemen bis hin zu Fragen rund um Teamkultur und Zusammenarbeit. Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass die Führungskräfte bei unserer Beratung im Fokus stehen, wir sind die Partnerin an deren Seite bei der Klärung von Personalfragen.
Kurz gesagt: Ich sorge mit dafür, dass unsere Personalstrategie im Alltag ankommt, unser Verständnis von guter Führung gelebt wird und die Menschen die bestmöglichen Rahmenbedingungen haben, um erfolgreich zu arbeiten.

 

2.      Warum hat sich die Bank entschieden, diese Funktion jetzt zu schaffen – was hat sich verändert?

Die Bank steht vor vielschichtigen Veränderungen – fachlich, organisatorisch und kulturell. Mit der Einführung der Business‑Partner‑Rollen reagieren wir darauf, dass Themen wie Transformation, Personalentwicklung und moderne Zusammenarbeit heute eine deutlich größere Bedeutung haben als früher. Unterstützung in der Weiterentwicklung der eigenen Teammitglieder und Managen von Veränderungsprozessen ist zur wichtigsten Führungsaufgabe geworden, es ist nicht die/der fachliche beste automatisch die richtige Führungskraft. Führungskräfte benötigen in diesem Umfeld eine enge, professionelle Begleitung, um ihre Teams gut durch Veränderungen zu führen und gleichzeitig die strategischen Ziele der Bank umzusetzen.

Die neue Funktion schafft genau diese Verbindung: Sie stellt sicher, dass Personal- und Organisationsarbeit noch näher am Geschäft stattfindet, Entscheidungen schneller getroffen werden können und Mitarbeitende in Veränderungsprozessen aktiv unterstützt werden.
Die Bank hat die Position geschaffen, weil der Anspruch an moderne Personal- und Transformationsarbeit gewachsen ist – und weil wir die Zukunftsfähigkeit unserer Organisation gezielt stärken wollen.

 

3.      Du arbeitest eng mit den Führungskräften im Haus zusammen. Welche Themen stehen aktuell besonders im Fokus? Was brauchen Führungskräfte heute am meisten – klare Strukturen, Sparring auf Augenhöhe oder Entlastung im Alltag?

Aktuell beschäftigen die Führungskräfte vor allem drei Themenfelder:

Veränderungsprozesse erfolgreich gestalten
Durch Projekte wie die Neuausrichtung im Privatkundenbereich stehen viele Teams vor strukturellen und prozessualen Veränderungen. Führungskräfte benötigen Unterstützung, um ihre Mitarbeitenden mitzunehmen, Orientierung zu geben und Veränderungsenergie positiv zu nutzen.

Mitarbeitende entwickeln und binden
Die Anforderungen an Kompetenzen verändern sich spürbar – sowohl fachlich als auch in der Zusammenarbeit. Themen wie Teamkultur, Skill-Entwicklung, Rollenklärung und Nachwuchsförderung gewinnen daher stark an Bedeutung.

Führung im Alltag stärken
Viele Führungskräfte wünschen sich Sparring zu Themen wie Kommunikation, Priorisierung, Umgang mit Belastung im Team oder dem Navigieren komplexer Situationen. Hier geht es vor allem um praktische Unterstützung, damit Führung im täglichen Geschäft wirksam gelingt.

Im Fokus steht, Teams sicher durch Veränderungen zu führen, Mitarbeitende gezielt weiterzuentwickeln und dabei eine starke, klare und verlässliche Führungsarbeit zu gewährleisten.

 

4.      Du arbeitest seit 25 Jahren bei der VR Bank. Erzähl mal ein bisschen von deinem Werdegang, wie bist du gestartet?

Ich bin als Quereinsteigerin zur Bank gekommen. Dort habe ich zunächst viele Jahre als Privatkundenberaterin in den Filialen Polch und Mendig gearbeitet. Vor 10 Jahren bin ich in den Bereich Personal gewechselt.

 

5.      Was war dabei besonders herausfordernd? Und warum hast du dich für die neue Position entschieden?

Der Wechsel vom Privatkundenbereich ins Personalmanagement war für mich eine intensive Entwicklungsphase. Ich musste mich fachlich komplett neu aufstellen, habe parallel eine einjährige Weiterbildung zur Personalfachkauffrau absolviert und gleichzeitig den Alltag mit einem vierjährigen Kind organisiert. Später habe ich mich mit einem berufsbegleitenden Studium weiterqualifiziert, das ich im Sommer 2026 abschließe.
Besonders herausfordernd war es, mich in die neue Rolle hineinzuentwickeln – weg von der klassischen Beratung hin zur strategischen Begleitung, zunächst in der Personalentwicklung und seit 01.01.2025 als Business-Partnerin. Diese Mischung aus Lernen, Umdenken und persönlicher Belastbarkeit hat mich nachhaltig geprägt und professionalisiert.

 

6.      Wie wird sich die Rolle und auch grundsätzlich die Personalentwicklung in den nächsten 5 Jahren verändern?

In den nächsten fünf Jahren wird die Rolle deutlich strategischer. Das bedeutet: Wir sind früher in Entscheidungen eingebunden, beraten direkt im operativen Alltag und entwickeln Lösungen, die genau zu den konkreten Herausforderungen der Teams passen.

Führungskräfte werden mehr Unterstützung bei Transformation, Teamentwicklung und Kulturthemen benötigen – und genau dort wird die Business‑Partner‑Rolle an Bedeutung gewinnen.

Gleichzeitig wird sich die Personalentwicklung verändern: Lernwege werden noch flexibler, digitaler und kompetenzorientierter. Themen wie Zukunftsskills, Veränderungsfähigkeit, moderne Führung und kollaborative Arbeitsformen werden zentral.
Insgesamt wird Personalentwicklung weniger „Programme anbieten“ und viel mehr „Lernen in Veränderung ermöglichen“ – nah am Alltag.

 

Das Interview führte Katrin Schildhorn, Nachhaltigkeitsmanagerin bei der VR Bank RheinAhrEifel